Ein „Tatsachenbericht“ aus dem „Spiegel“.
Im sächsischen Städchen Mittweida kam es zu einem abscheulichen Verbrechen. Dabei wurden von Neonazis einer 17-Jährigen Schnittverletzungen zugefügt.
Die 17-Jährige war laut Polizei Zeugin geworden, wie Männer ein Spätaussiedler-Mädchen drangsalierten, eine Sechsjährige: Vier glatzköpfige Männer mit Springerstiefeln, Bomberjacken und NSDAP-Aufnähern. Als die junge Frau die Rechtsextremen auffordert, von dem Kind abzulassen, richtete sich deren Aggression gegen sie. Drei halten sie fest, der vierte schneidet ihr mit einem skalpell-ähnlichen Gegenstand das Hakenkreuz in die Hüfte. Sie zappelt, strampelt, wehrt sich – die Männer scheitern mit dem Versuch, ihr auch noch eine Rune in die Wange zu ritzen. Das kleine Mädchen kann entkommen.
Mehrere Menschen verfolgen den Übergriff von umliegenden Balkonen aus – keiner greift ein, keiner alarmiert die Polizei.
Rechtsmediziner haben laut Polizei ausgeschlossen, dass sich die junge Frau die Verletzung selbst zugefügt hat.
Beamten des Staatsschutzes gelang es, das kleine Mädchen ausfindig zu machen – das Kind bestätigte die Aussagen ihrer Retterin.
Bürgermeister Matthias Damm ist zutiefst entsetzt über das Verhalten seiner Mitbürger:
„Eine Schweinerei“ nennt der CDU-Politiker den Übergriff im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Ähnlich drastisch ist seine Bewertung der Beobachter, die untätig blieben: „Wegschauen ist eine Schande.“ *)Er habe „eine große Hochachtung vor der 17-Jährigen“, sagt Damm. Diese Art von Zivilcourage wünsche er sich von allen Bürgern. Denn: „Im Kampf gegen den Rechtsextremismus ist dieser Vorfall ein großer Rückschlag für unsere Stadt.“
Wie der „Spiegel“ meldete wurde ein Täter zwar identifiziert, wurde aber aus unverständlichen Gründen nicht verhaftet.
Quelle: Spiegel
*) Wann sind in Mittweida eigentlich Kommunalwahlen?

16. Mai, 2008 um 11:44
Was soller machen? Er wollte nicht den Fehler seines Amtsbruders in Mügeln wiederholen.
16. Mai, 2008 um 20:50
Die Geschichte wie hier aufgeführt ist schon überholt. Die vermeintliche 17 jährige (jetzt 18) „Retterin“ ist nun selbst angeklagt wegen „Vortäuschung einer Straftat“ Nachweislich war die 5 jährige zu diesem Zeitpunkt nicht am Tatort und die 17 jährige ist bereits vorher mit erfundenen Geschichten auffällig gewesen.
17. Mai, 2008 um 0:35
@olaf61:
Was soller machen? Er wollte nicht den Fehler seines Amtsbruders in Mügeln wiederholen.
Karrieretechnisch. Das ist richtig. Aber dafür sollten ihn die Bürger Mittweidas mit einem herzhaften Fußtritt aus dem Amt jagen finde ich. Ein Bürgermeister hat zu seiner Gemeinde zu stehen und weiter nichts. Genau das hat der Bürgermeister von Mügeln getan. Der Bürgermeister von Mittweida biederte sich bei der erstbesten Gelegenheit den Medien an und fiel auf diese Weise seinen Bürgern in den Rücken . Und das für eine hahnebüchene Geschichte.
@Hennes:
Nachweislich war die 5 jährige zu diesem Zeitpunkt nicht am Tatort
Der Spiegel schrieb am 23.November 2007:
Beamten des Staatsschutzes gelang es, das kleine Mädchen ausfindig zu machen – das Kind bestätigte die Aussagen ihrer Retterin.
Und was der Spiegel schreibt wird geglaubt: „Spiegel-Leser wissen mehr“.
17. Mai, 2008 um 12:07
@ pippin: schau dir doch mal bitte folgenden link an.
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/1289102.html
17. Mai, 2008 um 12:33
@ Hennes: Danke für diesen Link.
Rechte Angriffe seien so alltäglich geworden, dass ein solcher Fall wie in Mittweida ohne weiteres vorstellbar sei.
Jemand der noch halberwege alle Tassen beisammen hat, hält einen solchen Vorfall nicht für vorstellbar sondern für Gräuelmärchen.
18. Mai, 2008 um 20:30
Stimmt. Es ist gewiss Vieles vorstellbar aber das noch nicht.